Rabenwind
Poesie von Sascha Besier

RABENWIND-BLOG

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2020-02-09

Rabenwind II

Flügel sind in mir Symbol des Geistes:
Alles schwingt sich so aus finstren Tiefen
auf zu hohen Sonnen; und da kreist es,
öffnet Wünsche aus den alten Briefen.
 
Liebe! Irre Hoffnung! Illusionen!
Singt die süßen Weisen den Gesichtern,
deren Blicke über Tälern thronen,
in dem Traum aus längst verloschnen Lichtern.
 
Alles Fragen, wozu sie geworden sind,
ist ein Flüstern im Wehen aus Rabenwind.
 
In der Finsternis entglühen Schwaden
voll verseuchten Glückes, das sie weben,
schließen einen Pakt für Myriaden,
schwörn dem Schönen Rache für das Leben.
 
Fäulnis kriecht als Sehnsucht aus dem Schlunde
jener  Macht, die uns den Regenbogen,
als ein Zauber falscher froher Kunde,
voller Hohn gemein ins Herz gelogen.
 
Ihre Lügen, die unserer Seele Kind,
sind ein Flüstern im Wehen aus Rabenwind.
 
Wüten! Tanzende Dämonenleiber!
Symphonie des Wahnsinns! Sieg des Kranken!
Untergang, heißt es im Buch der Schreiber,
bringt im Wort die Welt ins Wanken.
 
Alles in uns schweigt sich hin zur Leere,
tönt dem Chaos dumpf und tot entgegen
und versteht nicht jenes darin Schwere,
was uns göttlich wäre und ein Segen.
 
Jenes Suchen, was eröffnet, wofür wir blind,
ist bloß Flüstern im Wehen aus Rabenwind.
 
© Sascha Besier

Admin - 11:47:42 @ Gedichte | Kommentar hinzufügen